Blogger goes Fastenzeit 2012

Hach, da isse wieder : die Fastenzeit!

Mit der Fastenzeit ist es ein wenig wie mit Neujahrsvorsätzen, finde ich, jeder hat welche (auch wenn er behauptet keine zu haben und das kompletten Unsinn zu finden) und jeder scheitert früher oder später (mit Ausnahme von ein paar wenigen, standhafteren Exemplaren als ich es bin).

Meistens sind es Vorsätze/Vorhaben, die man eigentlich schon länger geplant hatte (mit dem Rauchen aufzuhören, die Diät beginnen, mehr Sport treiben, vielleicht doch mal ein Buch lesen als immer nur auf den Fernseher zu starren etc) und manchmal sind es Dinge, von denen wir annehmen, daß sie uns wirklich gut tun, aber bei Menschen ist es so wie in der Hundeerziehung: bestimmte Verhaltensweise prägen sich erst ab dem 25. erfolgreichen Durchlauf ein. Komischerweise fällt es uns Hundemenschen sehr leicht die 24 erfolglosen Versuche mit Geduld zu ertragen, aber wenn es um die Tage geht, in denen man mit dem Rauchen aufhört oder wohlmöglich mit dem Sport anfangen sollte, so ist der Vorsatz spätestens nach einer Woche dahin.

Darum ist es sicherlich kein Zufall, wenn die Fastenzeit so rasch nach Neujahr kommt. Die weisen Alten, die den Kalender erfunden haben, dachten sich bestimmt, daß so manch einer zum Neuorganisieren seiner Vorsätze noch einen zweiten Anlauf braucht

(ja, ich weiß, daß es natürlich nicht so war! Aber in meinen Augen macht die Theorie des zweiten Anlaufs auf jeden Fall mehr Sinn als aus religiösen Gründen auf irgendetwas zu verzichten. Da offenbart sich der geheime Atheist in mir…)

Mit diesem zweiten Anlauf beschäftige ich mich auch schon ein paar Tage. Ich wußte, daß ich die Fastenzeit nicht mit Dingen wie „Sieben Wochen Verzicht auf Schoki“ oder „Jeden zweiten Tag Schwimmen gehen“ verbringen wollte, auch wenn ich all das schon mal in den Jahren zuvor gemacht habe (und natürlich nicht die magische 25 erreicht habe!), aber womit dann?

Zu meinem Neujahrsvorsatz gehörte „bewußter Leben“. Ich habe im Moment das Gefühl, das ganz viele Dinge einfach nur an mir vorbeirasen und ich wie im Fahrtwind hinterher hetze. Oftmals nehme ich mir vor gesund zu kochen und im nächsten Moment muß es irgendwas Schnelles sein, weil die Zeit mal wieder drängt. Ich versuche mehr Sport zu machen, weil ich weiß, daß es mir gut tut, aber gleichzeitig hocke ich auf der Couch und bewundere die kleinen Menschlein im TV.

Immerhin habe ich es geschafft das Schreiben wieder besser in meinen Alltag zu integrieren. Oftmals stell ich mir sogar den Wecker, wenn ich weiß, daß es am nächsten Tag eng wird und schreibe einfach in der halben Stunde ein paar Worte, die meine beiden Männer noch mit Schnarchen verbringen. Ich denke, was den Punkt angeht, habe ich eindeutig gesiegt 🙂

Aber was mach ich mit dem Rest?

Heute bin ich auf einen Blogbeitrag von Claudia gestossen. Sie erzählt darin von der Fastenaktion der Wissensagentur. Anders als die üblichen Fastenaktionen richtet sich die Aktion ebenfalls an das Bewusstwerden. Es geht um die Dinge, die wir im täglichen Leben gar nicht mehr wahrnehmen, die uns vielleicht sogar die Luft zum Atmen nehmen, weil sie uns ersticken (gut, das stand nicht so im Text der Wissensagentur, aber ich bin alte Feng Shui Tante und interpretiere das einfach mal so 🙂 ). Es geht ums Aufräumen und Entrümpeln, um die Frage „Brauch ich das wirklich?“ oder „Was zum Geier ist das und warum habe ich das aufgehoben?“

Das Thema ist also nicht ganz das, was ich mir am 01.01.12 vorgenommen hatte, aber es ist auch nicht falsch, nur ein anderer Ansatz. Da mein bisheriger Ansatz nicht so gut funktioniert hat, dachte ich mir, das Entrümpeln vielleicht genau das ist, was ich brauche, um mein Leben mal wieder zu verlangsamen, um die Dinge mal wieder richtig zu sehen.

Von daher werde ich mich morgen auf das Handschuhfach meines Autos stürzen und hoffen, keine Leichen auszugraben 🙂

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Ein Kommentar zu “Blogger goes Fastenzeit 2012

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